2019 – ein Jahr voller Höhen und noch mehr Tiefen

2019 war ein Jahr, das mein Leben für immer verändert hat. Mit der Geburt unseres Sohnes begann nicht nur ein neues Kapitel voller Liebe, Hoffnung und unbeschreiblicher Glücksmomente, sondern auch eine Zeit intensiver Gefühle, die mich lange begleitet haben. Es war ein verschneiter Tag. Wie das manchmal so ist, wollte die Geburt einfach nicht richtig in Gang kommen. Verschiedene einleitende Maßnahmen wurden versucht, doch nichts schien zu wirken. Die Stunden vergingen zwischen Hoffnung und Anspannung. Am Abend, gegen 20:30 Uhr, wurde das CTG plötzlich auffällig. In diesem Moment änderte sich alles. Mir wurde gesagt, dass nun ein Kaiserschnitt notwendig sei, um unser Baby sicher zur Welt zu bringen. Mein Mann wurde ebenfalls für den OP vorbereitet, denn ich wollte ihn unbedingt an meiner Seite wissen. Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Um 21:58 Uhr erblickte unser Sohn das Licht der Welt. Später erfuhren wir, dass die Nabelschnur um seinen Hals und seine Schulter gewickelt war – vermutlich der Grund, warum der Geburtsprozess einfach nicht vorangehen wollte. Zwischen Angst, Sorge und dem starken Wunsch, dass alles gut geht, wurde ich in den OP gebracht. Es fühlte sich an, als würde die Zeit gleichzeitig rasen und stillstehen. Dieser Moment hat sich tief in mein Herz eingebrannt und begleitet mich bis heute.

Die U1, U2 und U3 hat unser Kleiner mit Bravour bestanden. Es gab keinerlei Auffälligkeiten – alles war wunderbar. Er war zwar recht klein und mit seinen 2.880 Gramm auch eher zart, aber er war gesund und das war das Wichtigste. Er entwickelte sich gut und wurde von Tag zu Tag stärker.

Nach einigen Tagen wurden wir schließlich aus dem Krankenhaus entlassen, weil er sich so gut gemacht hatte. Mit einem kleinen, großen Wunder im Arm ging es für uns nach Hause – und damit begann unser neues Leben als Familie.

Nach etwa drei Wochen zu Hause wurde bei unserem Sohn ein Leistenbruch festgestellt. Wir mussten zu einem Facharzt, der sich alles genau ansah. Die Diagnose stand schnell fest – eine Operation war notwendig. Als er ungefähr sechs Wochen alt war, wurde der Eingriff geplant. Der Moment, als er in den OP gefahren wurde, ist eines der schlimmsten Bilder, das sich je in mein Herz eingebrannt hat. Er versuchte, seinen kleinen Kopf zu heben, als wollte er uns noch einmal sehen. Dieser Blick – so suchend, so vertrauensvoll – verfolgt mich bis heute. Die Stunde, in der er im OP war, kam mir wie eine Ewigkeit vor. Ich habe nur geweint. Zwischen Angst, Hilflosigkeit und der Hoffnung, dass alles gutgehen würde, saß ich da und wartete. Es sind diese Momente, die einen als Mutter an seine emotionalen Grenzen bringen. Bei einer der nächsten Vorsorgeuntersuchungen – ich meine, es war die U4 oder vielleicht schon die U5 – wurde dann etwas festgestellt, das uns erneut den Boden unter den Füßen wegzog. Der Kopfumfang unseres Sohnes entwickelte sich nicht wie erwartet. Die Diagnose lautete Mikrozephalie. Seine Fontanelle war bereits geschlossen, sodass sein Köpfchen nicht so wachsen konnte, wie es eigentlich sollte. Von da an wurde alles engmaschig überwacht, um sicherzugehen, dass sich kein erhöhter Hirndruck aufbaut. Wieder lebten wir zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Arztterminen und schlaflosen Nächten. Schließlich wurden wir an die Humangenetik weitergeleitet. Dort wurden verschiedene Untersuchungen und Tests durchgeführt, um herauszufinden, ob es eine genetische Ursache geben könnte. Im Endeffekt wurde uns von der Humangenetik mitgeteilt, dass keine genetischen Auffälligkeiten festgestellt werden konnten. Man sagte uns, die Zeit werde zeigen, wie sich unser Sohn entwickeln würde und ob sich später noch Besonderheiten zeigen. Wieder einmal blieb uns nichts anderes übrig, als abzuwarten – mit all den Sorgen im Herzen. Doch als wäre das alles nicht schon genug gewesen, traf uns im Sommer 2019 der nächste Schicksalsschlag: Unser Familienhund verstarb. Diesen Hund hatte ich schon lange, noch bevor ich meinen Mann überhaupt kennengelernt hatte. Er war ein treuer Begleiter über viele Jahre hinweg, ein Stück Heimat und ein Teil meines Lebens. Sein Verlust brach mir das Herz. Inmitten all der Sorgen um unser Kind fühlte sich dieser Abschied noch schwerer an.

Hinterlasse einen Kommentar