Es gibt Momente, in denen alles gleichzeitig passiert.
Ein Geräusch, das andere kaum wahrnehmen.
Ein flackerndes Licht.
Zu viele Menschen.
Zu viele Worte.
Zu viele Erwartungen.
Für viele ist das nur Alltag.
Für Menschen mit Autismus kann es sich anfühlen, als würde das Gehirn versuchen, hundert Radiosender gleichzeitig zu hören – alle auf voller Lautstärke.
Reizüberflutung ist kein Trotz.
Keine Übertreibung.
Keine mangelnde Belastbarkeit.
Sie ist echte Überforderung.
In solchen Momenten kämpft der Körper nicht gegen eine Gefahr, die andere sehen können. Er kämpft gegen eine Flut von Eindrücken, die einfach nicht mehr verarbeitet werden können.
Mein Kind zieht sich zurück.Manchmal wird es still. Manchmal kommen Tränen. Manchmal Wut. Und manchmal nur der verzweifelte Wunsch, dass die Welt für einen Augenblick leiser wird.
Als Eltern stehen wir oft daneben und würden am liebsten den Lärm ausschalten, die Helligkeit dimmen und die Anforderungen der Welt für einen Moment anhalten.
Doch was wir wirklich tun können, ist da sein.
Ohne Druck.
Ohne Bewertungen.
Ohne Sätze wie „Reiß dich zusammen“.
Stattdessen mit Verständnis.Mit einem sicheren Ort.Mit Geduld.Mit dem Wissen, dass hinter jeder Reizüberflutung kein unwilliges Kind steckt, sondern ein Mensch, dessen Gehirn gerade Schutz braucht.Manchmal ist die größte Hilfe nicht, etwas zu sagen.
Sondern einfach zu bleiben.
Still.
Ruhig.
Verlässlich.
Und zu zeigen:
„Du bist nicht falsch. Die Welt ist gerade einfach zu viel. Und ich bin hier, bis es wieder leichter wird.“ 💙
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