Bin ich genug?

Heute Abend ist es wieder so weit.

Mein Sohn möchte nicht schlafen. Er wird wütend, verzweifelt, manchmal schlägt er auf den Tisch, manchmal richtet sich seine Wut gegen sich selbst.

Und während ich versuche, für ihn da zu sein, kämpfe ich mit meinen eigenen Gedanken.

Tue ich eigentlich genug?

Hätte ich heute mehr mit ihm spielen sollen? Hätte ich ihn mehr auspowern müssen? Oder vielleicht gerade weniger, weil ich weiß, dass ihn zu viele Reize manchmal noch mehr aus der Bahn werfen?

Warum dauert jeder Abend so lange? Warum fällt ihm das Einschlafen so schwer?

Und warum habe ich ständig das Gefühl, dass ich als Mama nicht genug bin?

Wenn er endlich schläft, beginnt mein Gedankenkarussell erst richtig.

Ich gehe den Tag immer wieder durch. Suche nach Fehlern. Suche nach Dingen, die ich hätte besser machen können.

Dabei vergesse ich oft, dass auch er einen langen Tag hinter sich hat. Schule, Reize, Erwartungen, Veränderungen. Vielleicht ist seine Wut gar kein Zeichen dafür, dass wir versagt haben. Vielleicht ist sie einfach ein Zeichen dafür, wie anstrengend die Welt für ihn manchmal ist.

Und vielleicht bedeutet Elternsein nicht, alles richtig zu machen.

Vielleicht bedeutet es, jeden Abend wieder da zu sein.

Zu bleiben.

Zu trösten.

Zu lieben.

Auch dann, wenn man selbst voller Zweifel ist.

Falls du heute Abend auch mit dem Gedanken einschläfst, nicht genug zu sein, dann möchte ich dir sagen:

Du bist nicht allein.

Und vielleicht brauchen unsere Kinder keine perfekten Eltern. Vielleicht brauchen sie einfach Eltern, die sie bedingungslos lieben – auch an den schweren Abenden. ❤️

#Autinauten #Autismus #Elternleben #Neurodiversität #NichtAllein

Hinterlasse einen Kommentar